Workshop · Glaube & Wirtschaft

Thanks God for Bitcoin

Ein Workshop über Bitcoin – nicht als Spekulation, sondern aus der Perspektive kluger, gottgefälliger Verwalterschaft. Warum ein mittelständischer Unternehmer Bitcoin in die Bilanz seiner GmbH aufgenommen hat und wie er die Technologie einordnet.

Michael Deck · Unternehmer (Fensterbau), Geschäftsführer IVI
Jahrgang 1961 · Wirtschaftsinformatiker & Kaufmann

Aufzeichnung des Workshops „Thanks God for Bitcoin" mit Michael Deck

Mein Ausgangspunkt: gute Verwalterschaft

„Ich führe mein Unternehmen zu Ehren Gottes." Die Perspektive ist die eines guten Verwalters (Lukas 12): kein Kredit, keine entnommenen Gewinne, breit diversifiziert. Als sich die Barrücklage nicht mehr sinnvoll investieren ließ und die Inflation das Ersparte aufzehrte, fiel nach Prüfung aller Anlageklassen die Entscheidung für Bitcoin – als Wertspeicher.

Geprüft, nicht geraten

Gebet, biblische Prüfung, Gespräche mit Theologen – sogar ein jüdischer Rabbi wurde gefragt. Sein Hinweis: Bitachon (hebr.) – Zuversicht, Vertrauen, Hoffnung.

Im Konsens entschieden

Alle wichtigen Entscheidungen fallen im Betrieb im Konsens (Soziokratie). Auch die größte Hürde – die eigene Frau in der Buchhaltung – wurde so über ein Jahr hinweg überzeugt.

Kein Ratschlag

„Ich bin kein Vermögensberater." Keine Kaufempfehlung – jeder soll seine eigene Entscheidung klug und weise treffen. Hier zählt allein die persönliche Erfahrung.

Was ist Bitcoin? Ein Protokoll

Bitcoin ist keine Währung, kein Geld, kein Asset und kein Spekulationsobjekt – sondern ein Protokoll. So wie SMTP (E-Mail), TCP/IP (Internet) oder HTTP (Web) gemeinsame Regeln sind, ist Bitcoin das „Money-Protokoll" für digitale Kapitaltransfers der Zukunft.

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Das Doppelausgaben-Problem

Digitale Werte ließen sich bisher kopieren wie eine PDF. 2008/09 löste Satoshi Nakamoto dieses jahrzehntealte Informatik-Problem – durch eine clevere Kombination bekannter Kryptographie mit einer einzigen Neuerung.

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Der Netzwerkeffekt

Niemand würde heute TCP/IP neu erfinden – es ist Standard. Genauso setzt sich bei Protokollen langfristig die „Nummer 1" durch. Ein Wechsel wäre schlicht zu teuer.

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Investieren statt spekulieren

Früher konnte man nur in Geschäftsmodelle (Aktien) investieren. Heute kann man erstmals in das Protokoll selbst investieren – als langfristiger Wertspeicher, nicht als Wette.

Wert und Preis

Unser heutiges, schuldenbasiertes Geldsystem (keynesianisch) ist inflationär – und aus christlicher Sicht problematisch. Dem gegenüber steht die Österreichische Schule der Nationalökonomie: Werte sind subjektiv. Ein Glas Wasser ist zuhause fast nichts wert – in der Wüste unbezahlbar. Den Preis bildet allein der freie Markt aus Angebot und Nachfrage.

Die 16 Kriterien eines guten Wertspeichers

Statt zu fragen „Was steht hinter dem Preis?", lautet die Frage: Welchen Nutzen stiftet er? Anhand dieser 16 persönlichen Kriterien fiel die Entscheidung – jeder kann sie anders gewichten.

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Keine Inflation
Begrenzte Menge, nicht beliebig vermehrbar
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Unendlich teilbar
Bis auf kleinste Bruchteile
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Liquide
Noch am selben Tag wieder auf dem Konto
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Transportabel
Nur der Schlüssel im Kopf genügt
5
Verwendbar
Weltweit, auch über Wechselstuben/ATMs
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Kein Cost of Carry
Keine Wartungs- oder Verwaltungskosten
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Kein Zugriff Dritter
Keine Bank kann das Konto „einfrieren"
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Keine Instanz kontrolliert
„You are your own bank"
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Überall zugänglich
Sogar per Satellit/Funk, ohne Internet
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Haltbar
Verfällt nicht mit der Zeit
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Verifizierbar
Das Netz bestätigt die Echtheit
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Unendliche Kapazität
Alle Menschen können teilnehmen
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Gleiche Regeln für alle
Proof of Work statt Mehrheit der Anteile
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Nicht fälschbar
Unveränderliches Hauptbuch
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Final / nicht umkehrbar
Einmal gesendet, bleibt gesendet
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Fungibel
Ein Bitcoin gleicht jedem anderen

Sicherheit & Praxis

Eigenverwahrung

Keine Fremdverwahrung. Größere Beträge gehören auf eine Cold-Wallet (z. B. BitBox 02) – nie dauerhaft aufs Handy (Hot-Wallet). Wer den Private Key hat, hat das Vermögen.

Wo kaufen?

Über regulierte Anbieter – im Workshop genannt: Coinfinity (österreichische Firma, Graz), u. a. über die Volksbank Bayern Mitte. Alles regulär mit Ausweis, Belegen und Steuer.

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Pseudonym, nicht anonym

Jede Transaktion ist öffentlich einsehbar (Blockchain), aber an die persönliche Information kommt nur, wer den Schlüssel hat. Ein Hauptbuch, in dem nichts mehr durchgestrichen werden kann.

Energie & Ökologie

Ja, Bitcoin verbraucht Energie – die Frage ist: welche Form? Laut den genannten Studien stammen rund 65 % aus erneuerbaren Quellen. Spannend sind die neuen Geschäftsmodelle: überschüssiger Wind-/Wasserstrom, die Nutzung von sonst abgefackeltem Methan bei der Ölförderung, oder die Abwärme der Miner als Fernwärme (Beispiel Finnland).

Fragen, die bewegen

Was ist mit den Menschen ohne Bankkonto?

Rund 3 Milliarden Menschen kommen an kein Bankkonto. Bitcoin ist auch für sie zugänglich – ein 5-Euro-Transfer nach Nigeria kostete nur Cent statt zweistelliger Gebühren bei Western Union. Eine echte Chance, der Armut zu entkommen.

Und die Endzeit – „nicht mehr kaufen oder verkaufen" (Offenbarung)?

Gerade hier liegt der Reiz: Wenn Banken oder Staaten den Zugang sperren, bleibt das dezentrale Netzwerk handlungsfähig – niemand kann es zentral abschalten. Genau deshalb wollen manche Staaten es nicht.

Was sind die echten Risiken?

Zwei: den Private Key zu verlieren (dann ist das Vermögen weg) und langfristig der Quantencomputer. Letzterer müsste aber alle Knoten weltweit binnen 10 Minuten überwinden – „dann wäre auch das ganze Internet tot".

„Ich bin ein freiheitsliebender Mensch – deswegen liebe ich Jesus so: Zur Freiheit hat er uns befreit. Ich führe mein Unternehmen zu Ehren Gottes, als guter Verwalter."

Zwei Bücher – Pro & Contra

Der Rat aus dem Workshop: Befürworter sollten das kritische Buch lesen – und Kritiker das befürwortende. So überprüft man die eigene Position.

Für Bitcoin

Bitcoin – Gelduntergang

Das befürwortende Buch – empfohlen für Skeptiker.

Gegen Bitcoin

Die Goldene Zukunft

Das kritische Buch – empfohlen für Befürworter.

Wichtiger Hinweis: Diese Seite gibt die persönliche Sicht und Erfahrung aus dem Workshop wieder. Sie ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Kaufempfehlung. Jede finanzielle Entscheidung sollte eigenverantwortlich und gut überlegt getroffen werden.
Inhalt nach dem Workshop „Thanks God for Bitcoin" mit Michael Deck · Transkript der Audioaufnahme · Impact4Entrepreneurship gGmbH