Ein Workshop über Bitcoin – nicht als Spekulation, sondern aus der Perspektive kluger, gottgefälliger Verwalterschaft. Warum ein mittelständischer Unternehmer Bitcoin in die Bilanz seiner GmbH aufgenommen hat und wie er die Technologie einordnet.
Aufzeichnung des Workshops „Thanks God for Bitcoin" mit Michael Deck
„Ich führe mein Unternehmen zu Ehren Gottes." Die Perspektive ist die eines guten Verwalters (Lukas 12): kein Kredit, keine entnommenen Gewinne, breit diversifiziert. Als sich die Barrücklage nicht mehr sinnvoll investieren ließ und die Inflation das Ersparte aufzehrte, fiel nach Prüfung aller Anlageklassen die Entscheidung für Bitcoin – als Wertspeicher.
Gebet, biblische Prüfung, Gespräche mit Theologen – sogar ein jüdischer Rabbi wurde gefragt. Sein Hinweis: Bitachon (hebr.) – Zuversicht, Vertrauen, Hoffnung.
Alle wichtigen Entscheidungen fallen im Betrieb im Konsens (Soziokratie). Auch die größte Hürde – die eigene Frau in der Buchhaltung – wurde so über ein Jahr hinweg überzeugt.
„Ich bin kein Vermögensberater." Keine Kaufempfehlung – jeder soll seine eigene Entscheidung klug und weise treffen. Hier zählt allein die persönliche Erfahrung.
Bitcoin ist keine Währung, kein Geld, kein Asset und kein Spekulationsobjekt – sondern ein Protokoll. So wie SMTP (E-Mail), TCP/IP (Internet) oder HTTP (Web) gemeinsame Regeln sind, ist Bitcoin das „Money-Protokoll" für digitale Kapitaltransfers der Zukunft.
Digitale Werte ließen sich bisher kopieren wie eine PDF. 2008/09 löste Satoshi Nakamoto dieses jahrzehntealte Informatik-Problem – durch eine clevere Kombination bekannter Kryptographie mit einer einzigen Neuerung.
Niemand würde heute TCP/IP neu erfinden – es ist Standard. Genauso setzt sich bei Protokollen langfristig die „Nummer 1" durch. Ein Wechsel wäre schlicht zu teuer.
Früher konnte man nur in Geschäftsmodelle (Aktien) investieren. Heute kann man erstmals in das Protokoll selbst investieren – als langfristiger Wertspeicher, nicht als Wette.
Unser heutiges, schuldenbasiertes Geldsystem (keynesianisch) ist inflationär – und aus christlicher Sicht problematisch. Dem gegenüber steht die Österreichische Schule der Nationalökonomie: Werte sind subjektiv. Ein Glas Wasser ist zuhause fast nichts wert – in der Wüste unbezahlbar. Den Preis bildet allein der freie Markt aus Angebot und Nachfrage.
Statt zu fragen „Was steht hinter dem Preis?", lautet die Frage: Welchen Nutzen stiftet er? Anhand dieser 16 persönlichen Kriterien fiel die Entscheidung – jeder kann sie anders gewichten.
Keine Fremdverwahrung. Größere Beträge gehören auf eine Cold-Wallet (z. B. BitBox 02) – nie dauerhaft aufs Handy (Hot-Wallet). Wer den Private Key hat, hat das Vermögen.
Über regulierte Anbieter – im Workshop genannt: Coinfinity (österreichische Firma, Graz), u. a. über die Volksbank Bayern Mitte. Alles regulär mit Ausweis, Belegen und Steuer.
Jede Transaktion ist öffentlich einsehbar (Blockchain), aber an die persönliche Information kommt nur, wer den Schlüssel hat. Ein Hauptbuch, in dem nichts mehr durchgestrichen werden kann.
Ja, Bitcoin verbraucht Energie – die Frage ist: welche Form? Laut den genannten Studien stammen rund 65 % aus erneuerbaren Quellen. Spannend sind die neuen Geschäftsmodelle: überschüssiger Wind-/Wasserstrom, die Nutzung von sonst abgefackeltem Methan bei der Ölförderung, oder die Abwärme der Miner als Fernwärme (Beispiel Finnland).
Was ist mit den Menschen ohne Bankkonto?
Rund 3 Milliarden Menschen kommen an kein Bankkonto. Bitcoin ist auch für sie zugänglich – ein 5-Euro-Transfer nach Nigeria kostete nur Cent statt zweistelliger Gebühren bei Western Union. Eine echte Chance, der Armut zu entkommen.
Und die Endzeit – „nicht mehr kaufen oder verkaufen" (Offenbarung)?
Gerade hier liegt der Reiz: Wenn Banken oder Staaten den Zugang sperren, bleibt das dezentrale Netzwerk handlungsfähig – niemand kann es zentral abschalten. Genau deshalb wollen manche Staaten es nicht.
Was sind die echten Risiken?
Zwei: den Private Key zu verlieren (dann ist das Vermögen weg) und langfristig der Quantencomputer. Letzterer müsste aber alle Knoten weltweit binnen 10 Minuten überwinden – „dann wäre auch das ganze Internet tot".
„Ich bin ein freiheitsliebender Mensch – deswegen liebe ich Jesus so: Zur Freiheit hat er uns befreit. Ich führe mein Unternehmen zu Ehren Gottes, als guter Verwalter."
Der Rat aus dem Workshop: Befürworter sollten das kritische Buch lesen – und Kritiker das befürwortende. So überprüft man die eigene Position.
Das befürwortende Buch – empfohlen für Skeptiker.
Das kritische Buch – empfohlen für Befürworter.